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Investieren in den Tod?

Ein Thema, das jeden angeht: Unser angelegtes Geld wird auch in der Rüstungsindustrie angelegt. Vor allem Großbanken finanzieren Rüstungsfirmen. Bankrichtlinien schließen Rüstungsfinanzierung oft nicht umfassend aus. Über Investmentfonds sind auch Sparer/innen an Waffenfirmen beteiligt.


Mit ihrer 2016 vorgestellten StudieDie Waffen meiner Bank“ legen die Menschenrechtsorganisationen Facing Finance und urgewald Recherchen zu den deutschen Geldgebern relevanter Rüstungshersteller vor. Untersucht wurden deutsche Banken und ihre Finanzbeziehungen der letzten drei Jahre zu wichtigen globalen und nationalen Rüstungsfirmen. 

Was kann der/die Einzelne tun?
  • Niemand muss sein Geld dort anlegen, wo in die Rüstungsproduktion investiert wird. In der Studie werden drei Banken, die GLS-Bank, die Triodos-Bank und die EthikBank. aufgelistet, die jede Art der Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie komplett ausschließen und auch keine Fonds-Produkte anbieten, in denen Rüstungsindustrie mit drinsteckt. 
  • Wer seine Bank nicht wechseln möchte, kann auch der eigenen Bank Druck machen und fordern, dass sie unter unverantwortliche Geschäftspraktiken einen Schlussstrich zieht, bei allen Geschäften auf die Menschenrechte achtet und ihre niedergelegten Grundsätze auch in der Praxis umsetzt. 

Die Studie erklärt, wie Waffenlieferungen in Konfliktzonen nicht nur zur Ausrüstung involvierter Staaten beitragen, sondern zu Toten und Verletzten sowie Armut, Flucht und Vertreibung führen. Durch regelmäßige Kredite für die Rüstungsindustrie forcieren Banken diesen Prozess. Beliebter Kunde deutscher Banken ist z.B. der ThyssenKrupp-Konzern, einer der weltweit größten U-Boot-Exporteure. Auch Rheinmetall und seine Umgehungsstrategie deutscher Rüstungsexportgesetze findet offensichtlich großen Anklang bei deutschen Banken.
Die Organisationen kritisieren vage Selbstverpflichtungen der Banken und mangelnde Transparenz. Umfragen zeigen, dass Bundesbürger/innen mehrheitlich Rüstungsgeschäfte ihrer Banken ablehnen. „Die Kunden haben das Recht zu erfahren, in welche Geschäftszweige und in welche Firmen ihr Geld angelegt wird – vor allem, wenn es um so kontroverse Branchen wie die Rüstungsindustrie geht“, sagt Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance.
Zu einem Großteil der untersuchten Rüstungsfirmen unterhalten folgende Banken Geschäftsbeziehungen: die Deutsche Bank (Volumen: 1,47 Mrd. €), die Commerzbank (1,24 Mrd. €), die HypoVereinsbank/UniCredit (1,23 Mrd. €) und die Bayerische Landesbank (656 Mio. €). „Viele deutsche Großbanken haben aus Angst um ihre Reputation zuletzt Richtlinien für den Rüstungssektor verabschiedet, etwa zum Thema Streumunition. Der Praxischeck belegt: Das reicht nicht. Rüstungsgeschäfte in Konfliktregionen oder Atomwaffenhersteller etwa finanzieren sie weiterhin“, sagt Barbara Happe, urgewald-Bankenreferentin.
Die Geldinstitute, so die Studie, können als Geldgeber und Anteilseigner erheblichen Einfluss auf die Rüstungsindustrie ausüben. Bisher ließen sich jedoch nur vereinzelt vor allem Nischenbanken identifizieren, die Rüstungsunternehmen konsequent meiden.